Reise blog von Travellerspoint

M6 - Ayeyarwady, eine 12-stündige Schiffsfahrt und...

... traurige Erkenntnisse.

sunny 29 °C

Eine Trishawfahrt führte uns um 5:30 in der Früh an den improvisierte Bootssteg des Ayeyarwadyhafens. Ein verhältnismässig frischer Start in den Tag. Auf dem Taxifahrrad frieren wir wie junge Hunde.
Es erwartete uns eine 12-stündige Schifffahrt auf einem Oldtimerschiff flussaufwärts von Bagan nach Mandalay - oh 12 Stunden inkl. Sonnenauf- und Untergang. Die Fahrt gestaltete sich erstaunlich monoton. Zeit, die Gedanken schweifen zu lassen, Zeit für regimkritische Literatur, Zeit, die eintönige Landschaftszüge zu beobachten. Sichtlich viel zu viel Abholzung wurde bereits betrieben. Immer wieder sehen wir Transportschiffe vollbeladen mit Teakholz. Wir wundern uns darüber, erkundigen uns.

Ausgeblutetes Land
Teakholz sei ein Edelholz, ein Hartholz, termitensicher und deshalb heissbegehrt. Neben Gas und Edelsteinen zählt es zu den Top-Exportprodukten. Abnehmerländer seien v.a. China aber auch Thailand. Im Schnitt verlasse alle 9 Sekunden ein mit Tropenholz beladener Lastwagen das Land. Katastrophale, irreparable Auswirkungen auf Flora und Fauna. Gehandelt werden auch Bärentatzen, Rhinozeroshorn, Tigerkrallen, Elefantenpenisse. Wir erfahren von Edelstein- und Frauenhandel. Das Land wird schonungslos ausgebeutet, ausgepresst wie eine Zitrone.
Wer davon profitiert? Einige Wenige, die sich damit schnittige Autos kaufen, in Villen leben, in Pools schwimmen, obwohl es an Trinkwasser mangelt. Ihre Kinder werden in Singapur skularisiert, während 50% der Bevölkerung sich keinen Schulabschluss leisten kann. All die Irrungen und Wirrungen lassen uns die Pelzhaare zu Berge stehen. Wir erleben die Energielücke im eigenen Land. Einige Staudammprojekte seien bereits umgesetzt worden, weitere sind geplant. Zu dessen Zweck mussten Reisbauern oft ihr Agrarland hergeben, wurden ihrer Lebensgrundlage berraubt. OK, als Kompensation erhielten Reisbauern immerhn US-Doller 10.- pauschal... Was für eine Farce! Dennoch sitzen sie abends im Dunkeln. Der Strom war nicht für enteigneten Reisbauern gedacht. Er fliesst ins Ausland, soll die Energielücken anderer, reicherer Länder füllen. Alleine im Süden Myanmars am Fluss Thanlwin sind 15 Staudämme geplant. 15 Staudämme?! Wir fragen uns, warum nicht in eine verbesserte Infrastruktur investiert wird. Während der 12-stündigen Schifffahrt von Bagan nach Mandalay (ca. 250 km) passieren wir gerade 2 Brücken, beide wurden während der Kolonialzeit von den Briten erbauen.
Zurück zu den 15 Staudammprojekten: Ob die Chinesen und Thailänder an Fischtreppen denken, damit Flussbewohner die Schneisen überwinden können? Von den weltberühmten Ayeyarwadydelfinen die es einst zu Tausenden gab, haben wir keinen Einzigen gesehen, obwohl sie als gesellig gelten... Weshalb? Wir fragen gar nicht nach... Wir haben genug gehört und gelesen.

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Sonnenaufgang über dem Ayeyarwady

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auf der Schiffsbrücke

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der 2170 km lange Ayeyarwady - ein gewaltiger Strom

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Fischerfamilien am Flussufer

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Unmengen von Teakholz werden sehr günstig nach China und Thailand exportiert

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alter Flussdampfer

Eingestellt von sorella 21:18 Archiviert in Myanmar

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