Reise blog von Travellerspoint

M2 - Stupas und Klöster wie Sand am Meer

Mandalay

Um die 5000 Mönche, 3000 Nonnen mehrere Hundert Klöster, noch mehr Stupas, zahlreiche Meditationszentren (auch offen für Westler) prägen die Region um Mandalay. Der Glaube ist tief in der Bevölkerung verankert, prägt deren Lebensstil. Egal wie wenig Geld man besitzt, die Spendefreudigkeit für Gaben oder Restauration einer Stupa... besteht. Dem entsprechend schön gucken die religiösen Bauwerke auch aus. Überall glitzert‘s und funkelt‘s goldig oder kitschig-bunt. Um jede Ecke sieht man Mönche und manchmal auch Nonnen. Sie wirken gar nicht touristenscheu. Gerne verbessern sie mit einem Schwatz ihre Englischkenntnisse und erfahren so auch ein bisschen News von der Aussenwelt...

Dann sind da natürlich noch die alten Königsstädte, die wir mit einer Pferdekutsche besuchten. Pferdekutschen werden hier immer noch aktiv als Transportmittel genutzt. Wir kamen uns ein bisschen wie Roemer vor.

Bettler sieht man kaum, man möchte sein "Gesicht" ja nicht verlieren, ist eng mit seiner Familie verbunden, unterstützt sich gegenseitig. Dennoch ist Armut offensichtlich. Wir trauen unsern Augen nicht, wenn wir Armutszeugnissen begegnen: Was, in diesem Tümpel kann man wirklich Wäsche waschen? In solchen Häusern kann man wirklich leben? An Imbissbuden oder im Restaurant wurden wir manchmal von Kindern im Grundschulalter bedient oder sahen diese Müll rumschleppen. Um die 50% der Kinder schliessen die Schule nicht ab. Kann ein typisches Mittagessen für 2 Personen wirklich nur 1500 Kyat (ca. US$ 1.75) kosten?
Und für Touristen kostet (fast) alles US$ 1: eine Fahrt mit der Trishaw, einem Fahrradtaxi, von A nach B (egal wie weit), 1 Softgetränk, die Flughafentaxe, eine Bootsfahrt nur über den Fluss oder mega weit, ... . Der Wert von einem US-Dollar scheint nicht so klar definiert zu sein. Alles scheint einfach US$ 1 zu kosten.

Wir sehen einmal mehr wie gut wir’s in Europa drüben doch haben. Noch haben?

Immer wieder treffen wir auf spannende Einheimische oder Reisegenossen.
Vorgestern z.B. assen wir am Chapatistand, dunkelten unsere Chapatis (Fladenbrot) in Dalis (diverse Gemüsesaucen) und hatten einen Schwatz mit einem irischen Bauern über die europäische Wirtschaftskrise. Sein Heimatland zähle um die 5 Millionen Einwohner und um die 100'000 Häuser (gemäss seinen Ausführungen) ständen leer. Da stimmt doch was nicht - oder? Er warte, ja hoffe gar auf den Fall des Kapitalismus. "Capitalizm doesnt work. We can‘t continue to grow and think that would work infinitely... There is just one earth... Our thinking of "more and more" and "more than more" just doesn‘t work." Ja, spannende Ansichten, dachten wir uns. Er warte auf den Tag "zero", dem Tag nach dem Crash.
"Was nach dem Fall des Kapitalismus in Europa kommen würde?", fragte ich ihn. "Wir würden leben wie die Menschen hier und er freue sich darauf." "Wirklich?" fragte ich ihn. "Ja, klar. Jeder fange dann seinen eigenen Fisch, pflanze sein eigenes Gemüse an, fahre sein Auto/Mofa bis es wirklich nicht mehr fahrtüchtig wäre und repariere es dann nochmals x-mal selbst..."

Du merkst, wir sind überladen von vielen Eindrücken (Bildern, Lebensformen...), die auf uns einprasseln: die allgegenwärtige Armut, die extremfreundliche Menschen, Schönheiten des Landes, Kultur/Geschichte/Landschaft, die politische Situation.

Einige Schnappschüsse:
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Sagaing bei Mandalay
Pagoden, Stupas, Klöster wie Sand am Meer. Mandalay bildet das kulturell-religiöse Zentrum von Myanmar. Es leben um die 5000 Mönche in der Region.

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Grösstenteils werden Häuser aus Bambus und Palmblättern gebaut, v.a. auf dem Land. So wirken Wohnhäuser auf das westliche Auge simpel, ja gar ärmlich. Jedermann - egal wie reich oder arm - investiert sein Geld lieber in religiösen Bauten, um sein Karma zu verbessern. So erstrahlt in jedem Dorf/Quartier ein Stupa/eine Pagode in vollem Glanz.

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Im Mahagandhayon Kloster leben um die 1500 Mönche. Die abgebildeten Mönche schreiten andächtig zum Esssaal.

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Von jedem buddhistischen Burmanen wird erwartet, mindestens einmal, besser zweimal im Leben in ein Kloster einzutreten. Der Übertritt ins Kloster wird von der Familie inständig zelebriert. Mönche geniessen ein hohes Ansehen/Respekt. Seit jeher sind sie politisch aktiv und kämpfen mit dem Volk für verbesserte Bedingungen im Land. Mönche sind praktisch besitzlos. Erlaubt ist eine hölzerne Almosenschale, eine Rasierklinge und ein Sonnenschirm.

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Als Briten Burma kolonialisierten, mussten sie erstaunt feststellen, dass die Analphabetenquote englischer Frauen höher war als in Burma. Grund: Buddhistische Klöster sind seit jeher wichtige Bildungsstätten.

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Novizen in der Shwezigonpagode in Bagan
Mit der hölzernen Almosenschale sieht man Mönche und Novizen frühmorgens auf "Betteltour". Gläubige spenden Naturalien wie Reis, Curries... . Eine Spende gilt als gute Tat, womit der Gläubige sein Karma aufbessern kann. Dass im Jahre 2007 die Mönche die Opfergabe von Generälen boykottierte, untermalt die Wichtigkeit dieses Rituals

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Nonnen tragen ein pinkes Gewand.

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meditierende Pilger

Eingestellt von sorella 20:47 Archiviert in Myanmar

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