Reise blog von Travellerspoint

L5 vom BEISSEN und GEBISSEN werden

Survival in the jungle (Nationalpark Khao Sok)

overcast 26 °C

Bereits nach Bezug unserer Bauhütte (vgl. Beitrag "L4") entdeckten wir unser erstes wildes Tier: einen RIESENFROSCH.
Erfreut ueber unsere erste Tierbegegnung musterten wir das Amphib wohl ein bisschen zu genau (wir machten offenbar auf uns aufmerksam), so dass ein Aussie (unser Baumhausnachbar) kommentierte: "Prüft den Frosch nicht auf seine Giftigkeit..." Good remark, bru!
Natürlich ahnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht, welch Begegnung mit dieser Tiergattung uns auf unserem Jungeltrek noch bevorstand. Nun aber alles in geordneter Reihenfolge...

Survival in the jungle

Wie überlebt man im Jungle? Welche Früchte, Wurzeln, Blätter, Tiere sind geniessbar? Wie baut man sich ein Nachtlager? Wo findet sich Trinkwasser? Wir wollten es wissen, suchten nach einem sachkundigen Routinier und stiessen auf Tuk, einem Jungle-Survival-Guide. Sack und Pack waren bald verstaut, nur das Nötigste unserer sieben Sachen wollten wir in unserm Daypack mittragen. Tuk führte uns per pedes in Form einer Mehrtagestour tief in den Jungle hinein und fand Antworten auf unsere Fragen.

Lerninhalt:

unbekannte Pflanzen auf Giftigkeit/Verträglichkeit prüfen:
Pflanze(nsaft) auf Unterarminnenseite oder Lippen zerreiben und einwirken lassen, (Haut-)Reaktion prüfen.
-> Vorgang mehrmals wiederholen.

Herstellung von Küchenutensilien
Aus Bambus schnitzten wir Tassen, Besteck, Töpfe (Bambus ist nahezu feuerfest), Teller, Grillrost, ja selbst einen Wasserkocher (worin wir Teewasser und ein Ei kochten)!
Tuks Handhabung mit seiner Machete beeindruckte uns sehr. Wir versuchten ihm das Wasser zu reichen!

Fischfang
Mit Naturmaterialien stellten wir eine Angelrute her (Erfolg: 0 Fische) und fischten von Hand (Erfolg: 1 Fisch)
Ja richtig: davon allein wird man zu dritt nicht satt.

Fluchtweg vor gefährlichen Tieren
Als Fluchtweg vor gefährlichen Tieren wie wilden Elefanten, Tigern oder Schlangen(...) schlug uns Tuk Regungslosigkeit oder einen französischen Abgang vor: weg spurten, in die Weite oder mit einer Liane in die Höhe...

Trinkwassersuche
Mit einer Machete hackten wir ein Loch in einen dicken Bambus und schlürften das sich darin befindende Wasser mit einem Halm (dünnes Bambusrohr) heraus.

Aufspüren von Tieren
Beeindruckend wie effektiv Tuk seine Sinne einsetzte. Wir wären wohl an allem vorbeimarschiert, wären in Rom gewesen ohne den Papst gesehen zu haben!
Sehsinn: Tuk entdeckte eine Tigerspur (Pfotenabdruck) im Sand und selbst eine Viper auf einem Ast in 20m Entfernung. ...
Hörsinn: Tuk erkannte viele Tierstimmen - ach wie spannend!
Geruchsinn: Tuk roch Tiere (z.B. Affen)...

Bei all dem exotischem Getier mutiert man aus Neugierde und Entdeckerfreude automatisch zum Kind! Hast du das Ding gesehen? Ohhh, wow... schau dort!

Sammeln von Pflanzen
Gefunden: Zitronengras, Mangos, Bananenmark, Bananenblume (männlicher Teil des Bananenbaums) und diverse Kräuter/Blätter, deren Namen wir nicht kannten.
Daraus kochten wir eine gesunde (= nicht so leckere) Suppe und leckere Beilagen.

Aufbau eines kriechtiersicheren und portablen Nachtlagers
Wir hängten Hängematten auf. Der Aspekt "kriechtier"-sicher brauchte uns nicht erklärt zu werden: Während der fünf Tage im Jungle trafen wir auf eine 2.5m lange Königskobra, eine 1.5 m lange Viper und 1.5 lange Wasserschlange. Warum mussten wir genau in diesem Tümpel (am Vortag) schwimmen? So was ist echt nicht gut für die Nerven... Tuk meinte, nach einem Königskobrabiss würde selbst ein Pfundskerl nach 30 Sekunden tot umfallen. Ja, so genau wollten wir es eigentlich gar nicht wissen.
Richtig verfolgt fühlten wir uns v.a. von Blutegeln. Diese scheinen im Jungle wie Sand am Meer verbreitet zu sein!!!! Blutegelbisse: schmerzlos, überträgt keine Krankheiten... trotzdem mühsam, vgl. Bild.

large_Blutegelbiss.jpg

Zurück zu den Fröschen

Natürlich wollten wir uns nicht nur von Blutegeln "beissen" lassen, sondern auch mal aktiv "zurückbeissen". Der eine Fisch und das verarbeitete Grünzeug reichte uns nicht aus. Wir wollten unsere Beisserchen auch an proteinhaltigen Jungle-erzeugnissen wetzen, fingen (von Hand) einige Frösche, sautierten diese mit Currypaste in einem Bambusrohr am Lagerfeuer und assen die fünf Amphibien beinahe vollständig auf. Wir versuchten uns dabei auf die Froschschenkel zu konzentrieren. Zu unserem Erstaunen schmeckten uns die Schenkel sehr. Der Geschmack erinnerte uns an Poulet. Nur: Warum mussten die Fischeier und Innereien genau in meinem Bambusteller landen?!? Vor diesen ekelte ich mich schon ein bisschen. Gott sei Dank anerbot sich Tuk als erlösende Unterstützung: Freudestrahlend löffelte er die Froschinnerein und die Froscheier ("Kaviar") in seinen Bambusteller. Seinem Schmatzen und Gesichtsausdruck entnahmen wir, dass ihm das Mahl ausgesprochen mundete! vgl Bild...

P.S. Tuk bietet auch einwöchige (Survival-)Touren durch den Jungle an. Lieber Kerl, lebt, was er predigt.
Wer sich für Tuks Koordinaten interessiert:
081 0803015
tuk.khaosok@gmail.com

large_5unser_Nachtlager.jpg
unser Nachtlager

large_Tuk_mit_se..Machete.jpg
Tuk mit seiner Machete

large_fischen_mi..er_Rute.jpg
fischen mit selbstgebastelter Rute

large_Schnitzen_..Loeffel.jpg
Schnitzen von Küchenutensilien wie Teller und Löffel

large_Trinkwassersuche.jpg
Trinkwassersuche

large_Kaffee_im_.._Becher.jpg
Kaffee im selbstgeschnitzten Becher (aus Bambus)

large_Kochen_einer_Suppe.jpg
Kochen einer Suppe im Bambustopf

large_von_Hand_g..roesche.jpg
von Hand gefangene Frösche

large_Reis_kochen.jpg
In Palmblätter eingewickeltes Reis wird in einen Bambus gestopft. Wasser zufügen...

large_unser_Menu.jpg
Unser Candlelightdinner:
von links nach rechts
1. Fischpaste, 2. sautierter Frosch, 3. Blättersuppe, 4. Gemüse xy, 5. Fruchtsalat, 6. gekochtes Bananenmark/Bananenblüte

large_270_K_nigskobra.jpg
überfahrene Königskobra

large_gr_sste_Bl..er_Welt.jpg
Grösste Blume der Welt!!

Eingestellt von sorella 06:00 Archiviert in Thailand

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