Reise blog von Travellerspoint

unerreichbar!

Entschuldigt uns, dass eure Emails seit ueber einer Woche unbeantwortet bleiben.
Am Willen liegt's nicht: Seit ueber einer Woche scheinen yahoomail und hotmail (...) zensuriert zu sein. Zudem funktionieren unsere Mobiltelefone gar nicht und fuer Skype (Onlinetelefonie) reicht der Speed nicht aus.

lieber Gruss
sorella und fratello

Eingestellt von sorella 22:20 Archiviert in Myanmar Kommentare (0)

M6 - Goldenes Dreieck, Festivitaeten und...

... ein Exkurs in die Vergangenheit

sunny

BLUME DES TODES
Vor wenigen Jahren noch erbluehten weite Berghaenge im rot-weissen Blumenteppich. Kaum waren die Bluetenblaetter abgefallen, begannen die heimischen Bergbauern die nussgrossen Mohnkapseln mit scharfen Klingen aufzuritzen. Heraus trat eine weisse Fluessigkeit, die sich spaeter in eine braune, klebrige Masse verwandelte. In ihren Haenden hielten die Bauern Rohopium. Die jaehrliche Produktion deckte 92% der weltweiten Nachfrage.
Heute sei Afghanistan in dessen Fussstapfen getreten und das neue Goldene Dreieck konzentriere sich mehr auf die Gemueseproduktion (und die Herstellung von Metamphetamintabletten). Offenbar wurde 2010 dennoch 580 Tonnen Rohopium im Wert von US$ 177 Millionen (illegal) exportiert...
... und genau in dieser Ecke befinden wir uns aktuell.
Kulturelle Unterschiede zu Restmyanmar und ein Mue mehr Reichtum stachen uns bald ins Auge. Wir beobachten kaum mehr landestypische Longyis (Hosenroecke), spontanes Zuwinken und herzliches Zulaecheln (Freudestrahlen) von Passanten wird rarer. Spuerbar ein anderer Wind weht uns entgegen.

FESTIVITAETEN
Von Glueck gesegnet stoplerten wir bereits am ersten Abend in das New Years Festival. Tausende Menschen diverser Ethnien trafen sich mit uns(!) im Fussballstadion zu einem bunten Jahrmarkt mit Konzert, Feuerwerk, Glueckspielen, Festwirtschaft und allem, was dazugehoert. An der Tombola haetten wir beinahe ein Tuktuk (dreiraedriges Taxi) gewonnen :-).
Wir interessierten uns aber mehr fuer den Wasserbueffelmarkt, wo wir uns im Handeln mit heimischen Bauern versuchten. :-)

ZURUECK IN DIE VERGANGENHEIT
Zusammen mit einem netten, franzoesischen Paeaerchen unternahmen wir quelques excursions avec un guide in abgelegene Taeler. Dort besuchten wir intakte (!) Hilltribevillages. Ihr Lebensstil erinnerte uns an die Pfahlbauern. Ach wie spannend!!! Jedes Dorf der verschiedenen Ethnien pflegt ihren unikaten Lebensstil mit eigenen Trachten, Braeuchen usw.
In einem Dorf stolperten wir prompt in Hochzeitsvorbereitungen.

RESTRICTED AREA
Morgen geht’s per Flugi zum naechsten Highlight. Lieber waeren wir Ueberland gereist zusammen mit der heimischen Bevoelkerung in einem Oldtimerschuettelbus, eingepfercht zwischen Huehnern und anderem Getier oder gerne auch auf dem Dach auf dem aufgespannten Gepaeck. Offenbar sei die Region noch nicht unter Kontrolle; Paramilitaers packten immer wieder das Kriegsbeil aus. Mehr vermute ich, dass die Regierung die Kontrolle ueber Opiumproduktion/-handel nicht in westlichen Haenden sehen moechte. Uns betrifft dies alles wenig: Viele Wege fuehren nach Rom.

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"You are safe with us" - was fuer eine Werbung!

Eingestellt von sorella 22:17 Archiviert in Myanmar Kommentare (0)

M5 -mit Pferdekutsche und Drahtesel zu den Pagoden von Bagan

sunny 27 °C

Die Pagoden von Bagan bildet schlechthin das architektonische Highlight Myanmars. Auf einer Flaeche von "Manhatten Island" stehen mehr Pagoden als Kathedralen in ganz Europa! Jeder birgt seine eigene Geschichte/Legende, seinen unikaten Baustil... manche sollen auch Reliquien von Buddha enthalten oder sind mit Fresken verziert. Einige werden noch aktiv von Glaeubigen genutzt. Natuerlich spuert man den inneren Drang, moeglichst viele Pagoden zu entdecken und natuerlich moeglichst die Sehenswertesten. Wo soll man starten, wenn es um die 4400 Pagoden sein sollen? Bei dieser Qual der Wahl bekommt man echt Rosinen im Kopf!
Am ersten Tag entschieden wir uns fuer einen heimischen Guide, der uns auf seiner Pferdekutsche von Pagode zu Pagode fuehrte. Am zweiten Tag wechselten wir auf zwei gemietete Drahtesel, was sich ueber die staubigen Pfade als sich nicht minder interessantes Vorhaben entpuppte :-).
Wir genossen die Augenweiden ueber die wundersame Landschaft, vorbei an Pagoden, Ochsenkarren, masslos ueberladenen Oldtimergefaehrten.

Eingestellt von sorella 22:01 Archiviert in Myanmar Kommentare (0)

Budget accommodation in Myanmar

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M4 - Komikertrio zieht Regime durch den Kakao

die Moustagebrothers von Mandalay

sunny 28 °C

Lu Maw erzaehlt einen Witz:
Geht ein Burmese zum Zahnarzt in Thailand: "Warum kommen Sie denn zu mir, haben Sie den keine eigenen Zahnaerzte in Myanmar?", fragt er. "Doch natuerlich, aber wir duerfen den Mund nicht aufmachen."

Das regimkritische Satirikertrio "MoustageBrothers" (Schnauzbaerte) nimmt seine Regierung seit ueber drei Jahrzehnte auf die Schippe. Fuer ihren Mut und Durchhaltewille bezahlen sie aber einen hohen Lohn, waren sie doch bereits 3x fuer mehrer Jahre inhaftiert, einer der Dreien verlor in einem Arbeitslager sogar ein Auge. Dank Amnesty International sind sie wieder frei, koennten aber jederzeit wieder inhaftiert werden. Natuerlich sind sie mit Aung San Suu Kyi befreundet und bleiben den Generaelen ein Dorn im Auge. Als sie 1996 genau am Unabhaengigkeitstag vor dem Haus von (der damals unter Hausarest stehenden) Aung San Suu Kyi vor riesigem Publikum politische Witze erzaehlten, brachten sie das Fass wohl zum ueberlaufen. Seither unterliegen sie einem oeffentlichen Vorstellungsverbot. Dieses umgehen sie aber geschickt, indem sie nur noch in den eigenen vier Waenden (also nicht oeffentlich) auftreten und auch nicht mehr vor heimischem Publikum (wie frueher).
Allabendlich sind Westler herzlich willkommen. In unserem Fall waren es einige Kanadier, Briten, Deutsche und sogar zwei mutige Moenche, total 11 Personen. Ambiance/Atmosphaere unikat: Die Besucher sitzen auf Plastikstuehlen in der Garage oder Stube(?) der drei MoustageBrothers. Spielen tun sie auf einer improvisierten Holzpritsche und sprechen in ein ca. 60-jaehriges Mikrofon. Der Raum ist verhangen von politischen Witzen, Fotos mit Aung San Suu Kyi und englischen, franzoesischen und deutschen Zeitungsartikel ueber die MoustageBrothers mit witzigen Abbildungen der drei Schnauzbaerte.
Zu Beginn der Vorstellung erhielt jeder Besucher eine Rolle zugewiesen. Jemand war ein Blogger, ein Twitterer, ein Reporter,... you are the paparazzi (er deutete auf mich) and you put it on facebook (er deutete auf fratello).
Wir fanden die Vorstellung ziemlich unterhaltsam und koennen sie durchaus weiterempfehlen.

Abschliessend noch ein Witze aus dem Repertoire:
Drei Poliktier gehen zu Gott. Chinas Praesident Hu Jintao will wissen, wann sein Land das Reichste der Welt wird. Gott antwortet ihm: "Waehrend deines Lebens nicht mehr!" Hu faengt an zu heulen.
Barak Obama fragt ihn: "Wann werden die USA die maechtigste Nation der Welt werden? "Gleiche Antwort, wieder Traenen.
Schliesslich fragt Thein Sein, der burmesische Premierminister, wann er endlich genuegend Trinkwasser und Elektrizitaet fuer sein Volk zur
Verfuegung stellen koenne.
Diesmal ist es Gott, der in Tranen ausbricht: "In meinem Leben nicht mehr!"

FOTOS FOLGEN, SOBALD WIR EINE ZUMUTBARE INTERNETVERBINDUNG FINDEN

Eingestellt von sorella 19:27 Archiviert in Myanmar Kommentare (0)

M3 - Wenn Moenche Zaehne putzen

Mahamuni-Statue in Mandalay

sunny 30 °C

Orientalisch, ja gar koeniglich anmutend liefen wir durch die bedachte Basarpassage vorbei an einem riesigen Angebot an Devotionalien, religioesem Kunsthandwerk und Souvenirs in Richtung Zentrum. Unser Ziel war die Mahamuni-Statue. Die Mahamunistatue gilt als die mit Abstand meistverehrtesten Buddhastatue Myanmars. Sie ist um die 3.80 m hoch und war urspruenglich eine Bronzenfigur. Unterdessen sieht man von der Bronze nichts mehr, denn maennliche Pilger bekleben die Statue mit kostbarem Blattgold (gute Tat). Das Gewicht des aufgeklebten Goldes wird mittlerweile schon auf mehrere hundert Kilogramm geschaetzt! Am Arm soll es 25 cm dick sein, an der Brust sogar 35. Die Finger haben ihre Form bereits verloren. Das heruntergefallene Blattgold wird zusammngekehrt und soll jaehrlich etwa ein ganzes Kilo betragen! Wie viel Gold die Glaeubigen im Laufe der Jahrzehte bereits auf den Mahamunibuddha gedrueckt haben moegen, weiss niemand. Schaetzungen schwanken zwischen 3.5 bis 12 Tonnen.
Auf der Stirn traegt de Mahamunistatue mehr Rubine, Saphire und Diamanten als jedes andere gekroente Haupt dieser Erde!

Kuriose Huldigung

Dass man mit dem wichtigsten Hauptpilgerziel gerne gut Kirsche isst, liegt auf der Hand. So spielt eine "Band" bestehend aus Trommeln, Holzxylophon und einer Floete religioese Musik auf, waehrend Pilger meditieren und beten. Zahlreiche Pilger fegen die Anlage blitzeblank und zwar tagein tagaus, obwohl die Fliesen bereits MisterProper-maessig im Glanz erscheinen. Offenbar moechte man auch die Koerperhygiene der Statue nicht vernachlaessigen: Allmorgentlich um 5 Uhr waescht ein Moenchstrupp das Gesicht, ja putzt gar die Zaehne der Mahamunistatue. Wer haette dies gedacht?

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Eingestellt von sorella 02:28 Archiviert in Myanmar Kommentare (0)

M2 - Stupas und Kloester wie Sand am Meer

Mandalay

Um die 5000 Moenche, 3000 Nonnen mehrere Hundert Kloester, noch mehr Stupas, zahlreiche Meditationszentren (auch offen fuer Westler) praegen die Region um Mandalay. Der Glaube ist tief in der Bevoelkerung verankert, praegt deren Lebensstil. Egal wie wenig Geld man besitzt, die Spendefreudigkeit fuer Gaben oder Restauration einer Stupa... besteht. Dem entsprechend schoen gucken die religioesen Bauwerke auch aus. Ueberall glitzerts und funkelts goldig oder kitschig-bunt. Um jede Ecke sieht man Moenche und manchmal auch Nonnen. Sie wirken gar nicht touristenscheu. Gerne verbessern sie mit einem Schwatz ihre Englischkenntnisse und erfahren so auch ein bisschen News von der Aussenwelt...

Dann sind da natuerlich noch die alten Koenigsstaedte, die wir mit einer Pferdekutsche besuchten. Pferdekutschen werden hier immernoch aktiv als Transportmittel genutzt. Wir kamen uns ein bisschen wie Roemer vor.

Bettler sieht man kaum, man moechte sein "Gesicht" ja nicht verlieren, ist eng mit seiner Familie verbunden, unterstuetzt sich gegenseitig. Dennoch ist Armut offensichtilch. Wir trauen unsern Augen nicht, wenn wir Armutszeugnissen begegnen: Was, in diesem Tuempel kann man wirklich Waesche waschen? In solchen Haeusern kann man wirklich leben? An Imbissbuden oder im Restaurant wurden wir manchmal von Kindern im Grundschulalter bedient oder sahen diese Muell rumschleppen. Um die 50% der Kinder schliessen die Schule nicht ab.Kann ein typtisches Mittagessen fuer 2 Personen wirklich nur 1500 Kyat (ca. US$ 1.75) kosten?
Und fuer Touristen kostet (fast) alles US$ 1: eine Fahrt mit der Ritschka von A nach B (egal wie weit), 1 Softgetraenk, die Flughafentaxe, eine Bootsfahrt nur ueber den Fluss oder megaweit, ... . Der Wert von einem US-Dollar scheint nicht so klar definiert zu sein. Alles scheint einfach US$ 1 zu kosten.

Wir sehen einmal mehr wie gut wirs in Europa drueben doch haben. Noch haben?

Immer wieder treffen wir auf spannende Einheimische oder Reisegenossen.
Vorgestern z.B. assen wir am Chapatistand, duenkelten unsere Chapatis (Fladenbrot) in Dalis (diverse Gemuesesaucen) und hatten einen Schwatz mit einem irischen Bauern ueber die europaeische Wirtschaftskrise. Sein Heimatland zaehle um die 5 Millionen Einwohner und um die 100'000 Haeuser (gemaess seinen Ausfuehrungen) staenden leer. Da stimmt doch was nicht - oder? Er warte, ja hoffe gar auf den Fall des Kapitalismus. "Capitalizm doesnt work. We cant continue to grow and think that would work infinitely... There is just one earth... Our thinking of "more and more" and "more than more" just doesnt work." Ja, spannende Ansichten, dachten wir uns. Er warte auf den Tag "zero", dem Tag nach dem Crash.
"Was nach dem Fall des Kapitalisms in Europa kommen wuerde?", fragte ich ihn. "Wir wuerden leben wie die Menschen hier und er freue sich darauf." "Wirklich?" fragte ich ihn. "Ja, klar. Jeder fange dann seinen eigenen Fisch, pflanze seine eigenes Gemuese an, fahre sein Auto/Mofa bis es wirklich nicht mehr fahrtuechtig waere und repariere es dann nochmals xmal selbst..."

Du merkst, wir sind ueberladen von vielen Eindruecken (Bildern, Lebensformen...), die auf uns einprasseln: die allgegenwaertige Armut, die extremfreundliche Menschen, Schoenheiten des Landes, Kultur/Geschichte/Landschaft, die politische Situation.

Einige Schnappschuesse:
Bilder folgen, sobald wir eine "zumutbare" Internetverbindung finden.

Eingestellt von sorella 20:47 Archiviert in Myanmar Kommentare (0)

neue Fotos aufgeschaltet!

Endlich konnten wir die fehlenden Fotos vom Beitrag "L4 - Im Jungle angekommen!" aufschalten...

Eingestellt von sorella 00:59 Kommentare (1)

M1 - Streetparade in Yangon

semi-overcast 30 °C

ရန်ကုန်

Yangon:
4.4 Millionen Einwohner, friedlicher Hotpot diverser Ethnien, ueble Duftnoten, die uns an Kathmandu oder Indien erinnern, erstaunlich saubere Strassen, gelassen und friedlichwirkende Gesichter, viele Moenche in roten Gewaendern. Eine Stadt, die zum Entdecken einlaedt.
Wir glauben, uns im indischen Viertel zu befinden, sind erst diesen Nachmittag im Guesthouse angekommen.

Sorella im Zimmer 301
An sorella geht alles vorbei. Sie ist seit zwei Tagen bettlaegrig, Brummschaedel, fiebrig, an diversen Stellen undicht... Nein, wir moechten uns nicht beklagen, wissend, dass ein Dehlibelly zum Reisen dazuzugehoert.
Woher stammt dieser ohrenbetäubender Krach? Vom Zimmer 201 oder 401? Ach wie aergerlich... Naechstes Mal nehmen wir uns ein schalldichtes Zimmer.

Fratello zeitgleich
Kaum angekommen ist fratello schon auf der Pirsch. Wechselt einige mitgebrachte US-Dollars auf dem Schwarzmarkt (landestypischer Vorgang), kauft damit Cola und Bananen (fuer sorella). Im nahegelegenen Restauarnt setzt er sich auf einen Plastikstuhl, bestellt, was sein Nachbar isst: auesserst lecker, wenn auch undefinierbar. Seine Blicke sind auf die Strasse gerichtet,... ach du gruene Neune!... und traut seinen Augen nicht mehr...

Etwas spaeter im Zimmer 301
Mit freudig-glaenzenden Augen betritt fratello das Zimmer 301 (unser fensterloses Hotelzimmer).
Sorella ahnt bereits, etwas Spannendes verpasst zu haben.
fratello: 'Du glaubst es nicht..."
Etwa 100 Menschen, 1 Elefant, 3 Wasserbueffel formierten sich vor meinen Augen genau vor unserem Guesthouse zu einer Parade, allesamt schrill und bunt geschmueckt mit Farben, Tuechern und kitschiger Weihnachtsbeleuchtung. Kannst du dir vorstellen, wie schraeg ein Wasserbueffel ausschauen kann? ...
... und dann sassen da Musiker auf etwa drei Lastwagen mit Trommeln, Zimbeln, polyphone Gesaenge... sorella schmunzelnd: ... und verursachten einen Heidenlaerm?

Ja das war sie, unsere erste Streetparade!!


Wir sind gespannt auf die naechsten 28 Tage!

Eingestellt von sorella 03:57 Archiviert in Myanmar Kommentare (0)

L6 - Mahouts und Dickhaeuter

sunny 29 °C

Die thailaendische Regierung verbot 1998 den Einsatz von Arbeitselefanten.
Dieser durchaus begruessenswerte Entschluss unterband die Fortsetzung der organisierten Abholzung verbleibender Tropenwaelder. Gleichermassen befreite er auch Arbeitselefanten ihrer perfiden Aufgabe, ihren noch freilebenden Artgenossen das natuerliche Habitat wegzuschleppen.
Im gleichen Atemzug waren aber auch um die 3'500 Elefanten und ihre "Mahouts" (Besitzer) ihrer Lebensgrundlage beraubt:
Wohin mit all den Dickhaeutern? Abschlachten?

Der Tourismus schien das bessere Uebel. In den Elefefantencamps scheinen die Tiere artgerecht "gehalten" zu werden. Seither traegt manch Ex-Arbeitselefanten Touristen wie uns :-) auf ihren Ruecken. Wir durften direkt auf die Elefantennacken sitzen (nicht im Koerbchen). Der Elefant fuehrte uns durch eine Kautschuckplantage, einem Flusslauf entlang und auch ein bisschen in den Jungle hinein, direkt zu einem kleinen, idyllischen Wasserfall, dessen Pool zum Baden einlud...

Eingestellt von sorella 06:00 Archiviert in Thailand Kommentare (0)

L5 vom BEISSEN und GEBISSEN werden

Survival in the jungle (Nationalpark Khao Sok)

overcast 26 °C

Bereits nach Bezug unserer Baumhuette (vgl Beitrag "L4") entdeckten wir unser erstes wildes Tier: einen RIESENFROSCH.
Erfreut ueber unsere erste Tierbegegnung musterten wir das Amphieb wohl ein bisschen zu genau (wir machten offenbar auf uns aufmerksam), so dass ein Aussie (unser Baumhausnachbar) kommentierte: "Prueft den Frosch nicht auf seine Giftigkeit..." Good remark, bru!
Natuerlich ahnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht, welch Begegnung mit dieser Tiergattung uns auf unserem Jungeltrek noch bevorstand. Nun aber alles in geordneter Reihenfolge...

Survival in the jungle

Wie ueberlebt man im Jungle? Welche Fruechte, Wurzeln, Blaetter, Tiere sind geniessbar? Wie baut man sich ein Nachtlager? Wo findet sich Trinkwasser? Wir wollten es wissen, suchten nach einem sachkundigen Routinier und stiessen auf Tuk, unsern Jungle-Survival-Guide. Tuk fuehrte uns per pedes in Form einer Mehrtagestour tief in den Jungle hinein und fand Antworten auf unsere Fragen.

Auf dem Kurriculum stand:

unbekannte Pflanzen auf Giftigkeit/Vertraeglichkeit pruefen:
Pflanze(nsaft) auf Unterarminnenseite oder Lippen zerreiben und einwirken lassen, (Haut-)Reaktion pruefen.
-> keine Reaktion? Menge erhoehen... Reaktion pruefen...
ein bisschen gustieren... Reaktion pruefen. -> keine Reaktion? ...

Herstellung von Kuechenutensilien
Aus Bambus schnitzten wir Tassen, Besteck, Toepfe (Bambus ist nahezu feuerfest), Teller, Grillrost, ja selbst ein Wasserkocher (worin wir Teewasser und ein Ei kochten)!
Tuks Handhabung mit seiner Machete beeindruckte uns sehr. Wir versuchten ihm das Wasser zu reichen!

Fischfang
Mit Naturmaterialien stellten wir eine Angelrute her (Erfolg: 0 Fische).
Fischen von Hand (Erfolg: 1 Fisch)

Fluchtweg vor gefaehrlichen Tieren
Als Fluchtweg vor gefaehrlichen Tieren wie wilden Elefanten, Tigern oder Schlangen(...) schlug uns Tuk Regungslosigkeit oder einen franzoesischen Abgang vor: wegspurten, in die Weite oder mit einer Liane in die Hoehe...

Trinkwassersuche
Mit einer Maschete hackten wir ein Loch in einen dicken Bambus und schluerften das sich darinbefindende Wasser mit einem Halm (duennes Bambusrohr) heraus.

Aufspueren von Tieren
Beeindruckend wie effektiv Tuk seine Sinne einsetzte. Wir waeren wohl an allem vorbeimarschiert, waeren in Rom gewesen ohne den Papst gesehen zu haben!
Seesinn: Tuk entdeckte eine Tigerspur (Pfotenabdruck) im Sand und selbst eine Viper auf einem Ast in 20m Entfernung. ...
Hoersinn: Tuk erkannte viele Tierstimmen
Geruchsinn: Tuk roch Tiere (z.B. Affen)...

Sammeln von Pflanzen
Gefunden: Zitronengras, Mangos, Bananenmark, Bananenblume (maennlicher Teil des Bananenbaums) und diverse Kraeuter/Blaetter, deren Namen wir nicht kannten.
Daraus kochten wir eine gesunde Suppe und leckere Beilagen.

Aufbau eines kriechtiersicheren und portablen Nachtlagers
Wir haengten Haengematten auf.
Aspekt "kriechtier"-sicher brauchte uns nicht erklaert werden: Waehrend der fuenf Tage im Jungle trafen wir auf eine 2.5m lange Koenigskobra, 1.5 m lange Viper, 1.5 lange Wasserschlange. Zudem fuehlten wir uns von Blutegeln verfolgt. Diese scheinen im Jungle wie Sand am Meer verbreitet zu sein. Blutegelbisse: schmerzlos, uebertraegt keine Krankheiten... trotzdem muehsam, vgl Bild.

large_Blutegelbiss.jpg

Zurueck zu den Froeschen

Natuerlich wollten wir uns nicht nur von Blutegeln "beissen" lassen, sondern auch mal aktiv "zurueckbeissen". Der eine Fisch und das verarbeitete Gruenzeug reichte uns nicht aus. Wir wollten unsere Beisserchen auch an proteinhaltigen Jungle-erzeugnissen wetzen, fingen (von Hand) einige Froesche, sautierten diese mit Currypaste in einem Bambusrohr am Lagerfeuer und assen die fuenf Amphieben beinahe vollstaendig auf. Wir konzentrierten uns dabei auf die Froschschenkel (erstaunlich schmackhaften, besser als Poulet!), unser Guide mehr auf Innereien, Kopf und Eier ("Kaviar"), vgl Bild...

P.S. Tuk bietet auch einwoechige (Survival-)Touren durch den Jungle an. Lieber Kerl, lebt, was er predigt.
Wer sich fuer Tuks Koordinaten interessiert:
081 0803015
tuk.khaosok@gmail.com

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unser Nachtlager

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Tuk mit seiner Machete

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fischen mit selbstgebastelter Rute

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Schnitzen von Kuechenutensilien wie Teller und Loeffel

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Trinkwassersuche

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Kaffee im selbstgeschnitzten Becher (aus Bambus)

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Kochen einer Suppe im Bambustopf

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von Hand gefangene Froesche

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In Palmblaetter eingewickeltes Reis wird in einen Bambus gestopft. Wasser zufuegen...

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Unser Candlelightdinner:
von links nach rechts
1. Fischpaste, 2. sautierter Frosch, 3. Blaettersuppe, 4. Gemuese xy, 5. Fruchtsalat, 6. gekochtes Bananenmark/Bananenbluete

Eingestellt von sorella 06:00 Archiviert in Thailand Kommentare (0)

L4 - Im Jungle angekommen!

Heute ist ein Kindheitstraum in Erfuellung gegangen: Wir schlafen in einer Baumhuette(!) und zwar voll im Jungle (Nationalpark Khao Sok).

Erbaut wurde die Huette von Boddhi, einem "freaked-out"-en Kaliforner, der sein Heimatland aber nur vom TV kennt. Seine Eltern zog es mit der 70iger-Hippi-Welle nach Nepal. Unterdessen lebt er hier im Jungle, hat einige Quadratkilometer Jungle erstanden und darauf um die zehn Baumhuetten erbaut...
Wir sind umgeben vom Junglegezirp und einem Bach (kristallklar), der zum baden einlaedt.
Ach wie schoen!

Wir sind gespannt auf die kommenden Tage: Exploration des Jungles, Baden am Wasserfall, Elefanten reiten...

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Eingestellt von sorella 06:22 Archiviert in Thailand Kommentare (0)

L3 - Urlaub vor dem Urlaub

30 °C

Aktuell befinden wir uns in einem Spahotel auf Koh Samui, geniessen deren Noblesse, den Blick auf tuerkisfarbenes Meer, lauschen dem Garten (Jungle) und laden unsere Batterien auf. Immer mehr gelingt es uns, unsere Tempi auf landestypische Geschwindigkeit runterzufahren. Wird uns helfen die bevorstehende Reise mit ausreichend Tiefsinn, Reflexion und Achtung entgegentreten zu koennen.

Natuerlich koennen und wollen wir auch im schoensten Hotelpalast nicht untaetig sein, nutzen die Zeit v.a. zum Studium unserer stattlichen Reiseliteratur (v.a. Myanmar), bereiten den bevorstehnden Jungletreck im Khao Sok Nationalpark (Festlandthailand) vor und entdecken hiesige Kulturtechniken: Poweryoga, Flowyoga, YingYangYoga, (was es nicht alles gibt!), Hathayoga vielleicht noch Thaiboxing.
Eine authentische Thaimassage wollte ich mir natuerlich nicht entgehen lassen, kam mir auf Reisen in Laos und Kambodscha doch schon die eine oder andere Story zu Ohren: eine erstaunlich akrobatische (erwartet), wenig schmerzende (nicht erwartet) Erfahrung - loeblich wie rassig jede verspannte Muskelfaser alsbald in zarte Butter zerging.

Genug fuer heute. Es zieht mich wieder zurueck zum erfrischenden Nass (30 Grad!). Erlaube mir, den Beitrag mit einem improvisierten Reim zu beenden:

''Speziell und nur fuer euch, mach ich nun obercool
einen Sprung in den Swimmingpool.''
:-)

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Sundowner in unserem Hotel

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unser Balkon mit einer King-size-badewanne mit integriertem Whirlpool!

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Yogaklassenzimmer mit Sicht in den Jungle

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Thaimassage

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Gassenkueche - erstes Curry

„Die Europäer haben die Uhr, wir haben die Zeit.“
Afrikanisches Sprichwort

Eingestellt von sorella 04:26 Archiviert in Thailand Kommentare (0)

L2 - Gate A3

beinahe am Ziel

27 °C

9063km oestlicher, 1 Film begonnen, 25 Grad waermer, ein bissche Jetlag im Gemuet, vogelfrei jeglicher Verpflichtungen:

Unsere Reiseherzchen schlagen hoeher!

Bangkok Airport, Gate A3, wartend auf Flug PG185 nach Koh Samui (Insel im Golf von Thailand)
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Eingestellt von sorella 04:27 Archiviert in Thailand Kommentare (1)

L1 - ... und der Countdown läuft!!

Spruch des Tages:
"Keiner kommt von einer Reise
so zurück, wie er weggefahren ist."

(Graham Greene, Schriftsteller, 1904-1991)

Erste Impressionen

large_Bagan.jpg
Bagan (Myanmar)*

Khao Sok

Khao Sok

*

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Koh Samui*

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Yogaferien auf Koh Samui*
(unser Hotel!)

large_Myanmar.gif

Obige Fotos stammen aus dem www (wir befinden uns aktuell noch auf heimischem Terrain).

Hin- und Rückflug...

... sowie die erste Bleibe sind gebucht, Visas organisiert, Tropenarzt konsultiert (Malariatabletten), Wohnung untervermietet und eine grobe Idee bezüglich Reiseroute besteht auch schon - yeaahhh:

  • 5 Tage Strand-/Yogaferien auf Koh Samui (thailändische Insel)
  • Dschungelerkundung im Nationalpark "Khao Sok" (Festlandthailand)
  • Erkundung Myanmar (ehemals: Birma, engl: Burma), Start Yangon...

Es fehlen uns noch
- ein Moskitonetz
- eine neue Kamera (Tipps nehmen wir gerne entgegen)
- Trekkingsandalen (für den Dschungel)
- 1 Flasche Gin gegen den ungeliebten "Dehli-belly" (=Magenverstimmung)
- und einen Freiwilligen, der unsere Backpacks packt ;-) und unsere Wohnung für die Wohnungsübergabe (Untermieterin) auf Vordermann bring. ;-)

mit stetig steigender Vorfreude auf unser 6-wöchiges Abenteuer!!!

sorella & fratello

P.S. Unterdessen wurde diese page bereits 60'395mal aufgesucht. Danke für das rege Interesse allerseits - ermutigt uns zur Weiterführung dieses Blogs...

Zitat des Tages
„Alle Reisen haben
eine heimliche Bestimmung,
die der Reisende nicht ahnt.“

Martin Buber (jüdischer Religionsphilosoph, 1878-1965)

Eingestellt von sorella 16:17 Archiviert in Thailand Kommentare (1)

K4 - "Viele Städte haben Sehenswürdigkeiten."

Spruch des Tages:
"Viele Städte haben Sehenswürdigkeiten. Welche haben auch Hörens-/Riechenswürdigkeiten...?"
Dr. Sigbert Latzel, (1931), Germanist, Philosoph, Schriftsteller und Aphoristiker

Beginnen wir mit Hörenswürdigkeiten:
Die sprachinteressierte Seite sorella erfreute sich sehr als sie erstmals auf "aramäisch" stiess. Offenbar wird diese Sprache heute einzig noch in drei Dörfchen, u.a. im syrischen "Malula" gesprochen. Vor 2000 Jahren sah dies noch ganz anseres aus: aramäisch war die Sprache Jesus und seinen der Zeitgenossen.

Neugierig wie aramäisch klingt?:
http://www.youtube.com/watch?v=aB3uRKZZi9I&feature=related

Riechenswürdigkeiten:

Mezze

Mezze

Pita

Pita

Sandwich

Sandwich

zuckersüsse Desserts

zuckersüsse Desserts

Eingestellt von sorella 12:38 Archiviert in Syrien Kommentare (0)

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