Bereits nach Bezug unserer Baumhuette (vgl Beitrag "L4") entdeckten wir unser erstes wildes Tier: einen RIESENFROSCH.
Erfreut ueber unsere erste Tierbegegnung musterten wir das Amphieb wohl ein bisschen zu genau (wir machten offenbar auf uns aufmerksam), so dass ein Aussie (unser Baumhausnachbar) kommentierte: "Prueft den Frosch nicht auf seine Giftigkeit..." Good remark, bru!
Natuerlich ahnten wir zu diesem Zeitpunkt nicht, welch Begegnung mit dieser Tiergattung uns auf unserem Jungeltrek noch bevorstand. Nun aber alles in geordneter Reihenfolge...
Survival in the jungle
Wie ueberlebt man im Jungle? Welche Fruechte, Wurzeln, Blaetter, Tiere sind geniessbar? Wie baut man sich ein Nachtlager? Wo findet sich Trinkwasser? Wir wollten es wissen, suchten nach einem sachkundigen Routinier und stiessen auf Tuk, unsern Jungle-Survival-Guide. Tuk fuehrte uns per pedes in Form einer Mehrtagestour tief in den Jungle hinein und fand Antworten auf unsere Fragen.
Auf dem Kurriculum stand:
unbekannte Pflanzen auf Giftigkeit/Vertraeglichkeit pruefen:
Pflanze(nsaft) auf Unterarminnenseite oder Lippen zerreiben und einwirken lassen, (Haut-)Reaktion pruefen.
-> keine Reaktion? Menge erhoehen... Reaktion pruefen...
ein bisschen gustieren... Reaktion pruefen. -> keine Reaktion? ...
Herstellung von Kuechenutensilien
Aus Bambus schnitzten wir Tassen, Besteck, Toepfe (Bambus ist nahezu feuerfest), Teller, Grillrost, ja selbst ein Wasserkocher (worin wir Teewasser und ein Ei kochten)!
Tuks Handhabung mit seiner Machete beeindruckte uns sehr. Wir versuchten ihm das Wasser zu reichen!
Fischfang
Mit Naturmaterialien stellten wir eine Angelrute her (Erfolg: 0 Fische).
Fischen von Hand (Erfolg: 1 Fisch)
Fluchtweg vor gefaehrlichen Tieren
Als Fluchtweg vor gefaehrlichen Tieren wie wilden Elefanten, Tigern oder Schlangen(...) schlug uns Tuk Regungslosigkeit oder einen franzoesischen Abgang vor: wegspurten, in die Weite oder mit einer Liane in die Hoehe...
Trinkwassersuche
Mit einer Maschete hackten wir ein Loch in einen dicken Bambus und schluerften das sich darinbefindende Wasser mit einem Halm (duennes Bambusrohr) heraus.
Aufspueren von Tieren
Beeindruckend wie effektiv Tuk seine Sinne einsetzte. Wir waeren wohl an allem vorbeimarschiert, waeren in Rom gewesen ohne den Papst gesehen zu haben!
Seesinn: Tuk entdeckte eine Tigerspur (Pfotenabdruck) im Sand und selbst eine Viper auf einem Ast in 20m Entfernung. ...
Hoersinn: Tuk erkannte viele Tierstimmen
Geruchsinn: Tuk roch Tiere (z.B. Affen)...
Sammeln von Pflanzen
Gefunden: Zitronengras, Mangos, Bananenmark, Bananenblume (maennlicher Teil des Bananenbaums) und diverse Kraeuter/Blaetter, deren Namen wir nicht kannten.
Daraus kochten wir eine gesunde Suppe und leckere Beilagen.
Aufbau eines kriechtiersicheren und portablen Nachtlagers
Wir haengten Haengematten auf.
Aspekt "kriechtier"-sicher brauchte uns nicht erklaert werden: Waehrend der fuenf Tage im Jungle trafen wir auf eine 2.5m lange Koenigskobra, 1.5 m lange Viper, 1.5 lange Wasserschlange. Zudem fuehlten wir uns von Blutegeln verfolgt. Diese scheinen im Jungle wie Sand am Meer verbreitet zu sein. Blutegelbisse: schmerzlos, uebertraegt keine Krankheiten... trotzdem muehsam, vgl Bild.

Zurueck zu den Froeschen
Natuerlich wollten wir uns nicht nur von Blutegeln "beissen" lassen, sondern auch mal aktiv "zurueckbeissen". Der eine Fisch und das verarbeitete Gruenzeug reichte uns nicht aus. Wir wollten unsere Beisserchen auch an proteinhaltigen Jungle-erzeugnissen wetzen, fingen (von Hand) einige Froesche, sautierten diese mit Currypaste in einem Bambusrohr am Lagerfeuer und assen die fuenf Amphieben beinahe vollstaendig auf. Wir konzentrierten uns dabei auf die Froschschenkel (erstaunlich schmackhaften, besser als Poulet!), unser Guide mehr auf Innereien, Kopf und Eier ("Kaviar"), vgl Bild...
P.S. Tuk bietet auch einwoechige (Survival-)Touren durch den Jungle an. Lieber Kerl, lebt, was er predigt.
Wer sich fuer Tuks Koordinaten interessiert:
081 0803015
tuk.khaosok@gmail.com

unser Nachtlager

Tuk mit seiner Machete

fischen mit selbstgebastelter Rute

Schnitzen von Kuechenutensilien wie Teller und Loeffel

Trinkwassersuche

Kaffee im selbstgeschnitzten Becher (aus Bambus)

Kochen einer Suppe im Bambustopf

von Hand gefangene Froesche

In Palmblaetter eingewickeltes Reis wird in einen Bambus gestopft. Wasser zufuegen...

Unser Candlelightdinner:
von links nach rechts
1. Fischpaste, 2. sautierter Frosch, 3. Blaettersuppe, 4. Gemuese xy, 5. Fruchtsalat, 6. gekochtes Bananenmark/Bananenbluete